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Gold für Nils Menke, Bronze für Yannic Corinth E-Mail
Geschrieben von Kim Koltermann   
Sonntag, 25 Juli 2010
U 23 –Weltmeisterschaft im weissrussischen Brest
Triumph fuer die Friedrichstaedter Rudergesellschaft

Welch ein Triumph fuer die Friedrichstaedter Rudergesellschaft: Bei den U23-Weltmeisterschaften im weissrussischen Brest gewann Nils Menke die Goldmedaille, Yannic Corinth konnte sich bei seinem ersten internationalen Einsatz ueber Bronze freuen.
Der deutsche Achter mit Nils Menke ruderte sich in einen wahren Rausch. Bis zur 1000-Meter-Marke waren die Mannschaften aus den USA und aus Grossbritannien noch fast gleichauf, ehe sich das deutsche Flaggschiff mit zwei baerenstarken Spurts mit hoher Schlagzahl und grosser Kraft eine ganze Bootslaenge Vorsprung erruderte und triumphal die Ziellinie ueberquerte. Im Ziel grosser Jubel bei Nils Menke, den Luebeckern Ruben Anemueller und Max Munski, den Berlinern Hendrik Bohnekamp, Anton Braun und Bastian Bechler, dem Magdeburger Marco Neumann, dem Dortmunder Felix Wimberger und Steuermann Albert Kowert aus Osnabrueck. Die Silbermedaille ging an die USA, Bronze an Grossbritannien. Vierter wurde der Achter aus Tschechien vor Polen und den Niederlanden. Fuer die vom berliner Alexander Schmidt betreute deutsche Crew war dieses Rennen eine tolle Belohung fuer grossen Teamgeist und das lange Trainingslager in Ratzeburg.
Yannic Corinth und sein Hamburger Partner Lasse Anczak gewannen bei ihrer ersten Weltmeisterschaft die Bronzemedaille im Leichtgewichts-Zweier ohne Steuermann. Dabei machten sie es richtig spannend: Zunaechst hielten sie die Geschwindigkeit der Favoriten aus den Niederlanden und Frankreich und setzten sich gleichzeitig von den USA und den Medaillenanwaertern aus Italien und Ungarn ab. Waehrend sich die Favoriten, vor allem die starken Niederleander, absetzten, entwickelte sich ein Dreikampf zwischen Frankreich, Deutschland und den immer staerker werdenden Italienern. Auf dem letzten Viertel der 2000-Meter-Strecke musste die deutsche Mannschaft Frankreich ziehen lassen und wurde zunaechst auch von Italien ueberholt. Erst auf den letzten von 2000 aufreibenden Metern konnten Corinth und Antczak die Azzuri unter Aufbringung aller psychischer und physischer Kraft wieder ueberholen und so die Bronzemedaille feiern. Der Endspurt, zu Beginn der Saison eher eine Schwaeche der Nordrenngemeinschaft, war in Weissrussland eine Staerke. Corinths Heimtrainer Lars Koltermann: „Der Endspurt war stark, das ganze Rennen war sehr gut. Bootstrainer Dirk Brockmann hat da wirklich super mit den Jungs gearbeitet!“.
Fuer die Friedrichstaedter Rudergesellschaft mit ihren rein ehrenamtlichen Strukturen ist dieses Ergebnis herausragend. „Gold und Bronze bei den U23-Weltmeisterschaften sind an sich schon ein wahnsinnig gutes Ergebnis. Und wir haben ja auch noch Lars Hartig, der in Neuseeland an den offenen Weltmeisterschaften teilnehmen wird“, so Lars Koltermann.
Der Vorsitzende des Deutschen Ruderverbandes, Siegfried Kaidel, zeigte sich im Gespraech mit unserer Zeitung sehr zufrieden. „Wir haben die Nationenwertung gewonnen, das ist sehr stark. Dass ein eher kleiner Verein wie die Friedrichstaedter Rudergesellschaft dazu eine Gold- und eine Bronzemedaille beitraegt, spricht fuer die herausragende Arbeit, die dort geleistet wird“.


Yannic Corinth: „Erschoepft, aber gluecklich!“

shz: Yannic, erste WM und erste Medaille. Wie haben sie das Rennen erlebt?

Yannic Corinth: Seit dem Halbfinale wussten wir, dass es um eine Medaille gehen wuerde. Das war auch unser Ziel. Das Rennen war natuerlich sehr anstrengend, gerade zum Ende ging es hin und her.

Shz: Die Mannschaft aus Italien ist ihnen ganz schoen nahe gekommen und war kurz vor dem Ziel auch vorbei…

Yannic Corinth: Das war ein unangenehme Phase, zumal Italien im Rudern als sehr endspurtstark bekannt ist. Zwischendurch, als die Italiener vorbei waren, dachte ich: „Das wars!“ Aber wir haben sie wieder eingeholt und waren im  Ziel voellig erschoepft. Erschoepft aber gluecklich.

shz: Wie haben sie die Siegerehrung erlebt?

Yannic Corinth: Wir waren beide total gluecklich. Das war sehr emotional, denn es waren viele Leute hier in Brest dabei, die uns schon ewig begleitet und unterstuetzt haben.


Nils Menke: „Wir waren richtig heiss“

shz: Nils, sie sind nun das zweite Mal U23-Weltmeister. Wie ist ihre Stimmung?

Nils Menke: Die ist super, denn wir haben schon im Trainingslager eine super Stimmung in der Mannschaft gehabt. Und obwohl wir hier Favorit waren, sind wir ganz entspannt an die Sache rangegangen.

shz: sie sind der erfahrenste Ruderer im Team. Hatten sie da eine besondere Verantwortung?

Nils Menke: Ich denke schon. Ich habe immer wieder gesagt, dass wir nicht schneller werden, wenn wir im Kopf fester und verkrampfter werden.

shz: Wie war das Rennen heute?

Nils Menke: Das war ein Hammer. Oben am Start waren alle richtig heiss. Die Amerikaner, die Briten, wir, alle. Bis 1000 Meter konnten die anderen mithalten, dann kamen unsere Spurts. Und die haben gesessen. Zum Ende war es nur noch geil.

Bilder von den U23-Weltmeisterschaften finden Sie hier.

Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 25 Juli 2010 )
 
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